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Robert und Lara

„Sie war so ein tapferes, fröhliches Kind, auf jedem zweiten Foto hat sie gelacht“, sagte Robert Enke einmal über sie. Am 17. September 2006 stirbt sie nach einer vergleichsweise leichten Ohrenoperation. Teresa und Robert Enke waren dankbar für alle die schönen Momente, die sie mit Lara dem mühsamen Alltag abtrotzten. Sie haben erfahren, wie viel Freude entstehen kann, wenn herzkranken Kindern durch eine exzellente medizinische Betreuung wie an der MHH geholfen werden kann. Wenn die Robert-Enke-Stiftung einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass auch anderen Kindern und Eltern dieses Glück zuteil wird, hätte die Stiftung schon viel erreicht, denkt Teresa.

Es gebe ein Problem, sagte die Ärztin der Teknon-Klinik in Barcelona zu Teresa Enke. Das Kind in ihrem Bauch leide an dem Hypoplastischen Linksherzsyndrom und Turner-Syndrom. Teresa war in der 23. Woche schwanger und wusste mit diesen Fachbegriffen wenig anzufangen. Wenig später verstand sie, welch ein Glück es war, dass die schweren Krankheiten durch die pränatale Diagnostik derart früh erkannt wurden. Sonst hätte Lara wohl keine Chance gehabt, lebend geboren zu werden.

Kinder mit dem Hypoplastischen Linksherzsyndrom, einem der schwersten Herzfehler, haben eine geringe Lebenserwartung. Teresa und Robert Enke sagten, abtreiben komme nicht infrage. Dies sei ihre Tochter, mit allen Konsequenzen. Am 31.08.2004 wird Lara in der Klinik der MHH in Hannover geboren, wohin die Familie wegen des Profifußballs mittlerweile aus Barcelona umgezogen ist. Die Eltern wissen bereits vor der Geburt, Lara wird mindestens drei Herzoperationen benötigen, um ihr Überleben zu sichern. Aber was es heißt, mit einem schwer kranken Kind zu leben, verstehen sie erst, als Lara auf der Welt ist.

Sie verbringt die ersten sieben Monate im Krankenhaus, vier davon auf der Intensivstation. Einmal bleibt ihr Herz stehen, ein anderes Mal erleidet sie einen Hirnschlag. Die Ärzte retten sie jedes Mal.

Im Januar 2005 dürfen die Enkes ihre Tochter mit nach Hause nehmen. Sie müssen ihr Leben ganz nach ihr ausrichten. Lara muss zu exakten Uhrzeiten ihre Medizin bekommen, sie wird über eine Magensonde ernährt, die Sauerstoffsättigung des Bluts muss permanent überwacht werden. Es sind andere Glücksmomente als mit einem gesunden Kind; aber es ist dennoch das große Glück, eine Tochter zu haben, das die Eltern spüren: Als Lara, die das Essen selten bei sich behalten konnte, zum ersten Mal ein ganzes Gläschen isst. Als sie, natürlich mit einem ganzen Koffer an medizinischen Geräten für Notfälle im Gepäck, mit ihr erste kurze Ausflüge zum Maschsee unternehmen können.